Excerpt from the Exhibition Text

Decisions
Bram Braam, DAG, Philip Groezinger, Minjung Lee, David Mergelmeyer, Anna Niedhart, Sabrina Podemski, Juergen Staack, Irene Weingartner, Linhan Yu
Curated by DAG, presented by Galerie Met and Kunstraum Pempelforter
September 5–October 4, 2026

The following is an excerpt from the exhibition text in the group exhibition Decisions. The text has been taken directly from the original English version.

For Minjung Lee, decision begins with attention. From the constant circulation of digital images, she follows those that interrupt her gaze. Under a microscope camera, narrative gives way to pixel grids, RGB separations and compression traces, which are subsequently reconstructed in paint. An image consumed in seconds is slowed until another image becomes visible within it.

 

Excerpt from the Exhibition Text

Be here now
Exhibition for the 21st Art Award of the Haus am Kleistpark, Berlin
Exhibition Dates: 30. August – 6. Oktober 2024

The following is an excerpt from the exhibition text written by Diana Thun, highlighting my work featured in the group exhibition Be here now. The text has been taken directly from the original German version.

Seit etlichen Jahren steht die Fähigkeit, sich der unmittelbar um sich herum empfundenen Gegenwart zu widmen, vor großen Herausforderungen. Benachrichtigungen interpunktieren unseren Alltag, eine Vielzahl einfacher Aktivitäten ist nun ohne Handy, Tablet oder Computer undenkbar geworden. Digitale Technologien prägen den Rhythmus der Welt. Damit wächst auch das Interesse, einen reflektierten Umgang mit ihnen zu finden. Minjung Lee nimmt in ihrer Malerei explizit Bezug auf das Digitale. Im Internet gefundenes Bildmaterial wird in Rastern aus Rot, Blau, Grün, Schwarz und Weiß auf die Leinwand übertragen. Die kleinformatigen Arbeiten bilden an der Wand ein vielteiliges Tableau, das über die Bildkultur unserer Zeit reflektiert: Zu sehen sind Emojis, ein Cursor, ein Pressebild eines Raketenstarts, Totenschädel. Der Übersetzungsprozess der verpixelt anmutenden Motive auf das traditionsreiche Bildvehikel der Leinwand weist auf die Omnipräsenz und den überragenden Stellenwert digitaler (Kommunikations-)Medien hin.

Be here now, Haus am Kleistpark, 2024

Minjung Lee

Artist Statement 2026

My practice examines how images are seen, remembered, and internalized under contemporary digital conditions. Moving through a world saturated with smartphone photos, social media feeds, selfies, news fragments, and snapshots from my own daily life, I collect visual residues that remain in my perceptual field. I do not select images according to a fixed rule; instead, I follow those that leave a distinct rhythm, interruption, or the intuition that something might be revealed when slowed down.

I examine these images through a microscope camera. At this scale, an image stops functioning as stable content: its narrative loosens, and what remains is signal—pixel grids, RGB separation, alignment errors, and traces of compression. I collage these fragments into constellations that form an unstable visual map shaped by overflow and discontinuity.

I translate the collages into painting using only red, green, and blue pigments, sometimes with grayscale to calibrate luminance—mapping “switched-off” areas in black and high-intensity overlaps in white. Painting becomes a time-based practice that rebuilds the conditions of digital visibility in bodily time. It slows automated seeing and turns images usually consumed at speed into material and perceptual experience.

Artist Statement 2026 (Deutsch)

Meine künstlerische Praxis untersucht, wie Bilder unter den Bedingungen der gegenwärtigen digitalen Welt gesehen, erinnert und verinnerlicht werden. In einer Umgebung, die von Smartphone-Fotos, Social-Media-Feeds, Selfies, Nachrichtenfragmenten und Schnappschüssen aus meinem eigenen Alltag durchdrungen ist, sammle ich visuelle Rückstände, die in meinem Wahrnehmungsfeld haften bleiben. Ich wähle Bilder nicht nach einer festen Regel aus; vielmehr folge ich jenen, die einen bestimmten Rhythmus, eine Unterbrechung oder die Intuition hinterlassen, dass sich etwas zeigen könnte, wenn man sie verlangsamt betrachtet.

Ich untersuche diese Bilder mit einer Mikroskopkamera. In dieser Vergrößerung hört das Bild auf, als stabiler Inhalt zu funktionieren: Seine Erzählung lockert sich, und was zurückbleibt, ist Signal — Pixelraster, RGB-Trennungen, Verschiebungen der Ausrichtung und Spuren von Kompression. Diese Fragmente collagiere ich zu Konstellationen, die eine instabile visuelle Karte bilden, geprägt von Überfluss und Diskontinuität.

Anschließend übersetze ich die Collagen in Malerei. Dabei verwende ich ausschließlich rote, grüne und blaue Pigmente, manchmal ergänzt durch Graustufen, um die Luminanz zu kalibrieren — schwarze Bereiche markieren gewissermaßen „ausgeschaltete“ Zonen, während Weiß die Überschneidungen hoher Intensität sichtbar macht. Malerei wird so zu einer zeitbasierten Praxis, die die Bedingungen digitaler Sichtbarkeit in körperlicher Zeit neu aufbaut. Sie verlangsamt das automatisierte Sehen und verwandelt Bilder, die gewöhnlich in Geschwindigkeit konsumiert werden, in eine materielle und wahrnehmungsbezogene Erfahrung.